Regeln

Vorwurf, mit KI geschrieben zu haben: was Sie belegen können

Ein Detektorwert allein ist kein Beweis und kann weder etwas belegen noch widerlegen. Belegen lässt sich der Weg zum Text: die Versionsgeschichte des Dokuments, Notizen und Material, Quellen, Gliederungen im Entstehen und die Fähigkeit, ohne Vorbereitung über den Inhalt zu sprechen. Die stärkste Verteidigung ist zu zeigen, wie der Text entstanden ist, nicht über eine Zahl zu streiten.

Was als Beleg standhält

Am stärksten ist die Versionsgeschichte. Ein Dokument in Google Docs, in Word mit automatischem Speichern oder in git zeigt, dass der Text in Teilen und über die Zeit gewachsen ist. Dazu passen Notizen, handschriftliche Unterlagen, E-Mails mit der Betreuung und Links zu den Quellen, mit denen Sie gearbeitet haben.

Was dagegen nicht hilft: den Text durch einen anderen Detektor zu schicken und einen niedrigeren Wert mitzubringen. Das zeigt nur, dass die Werkzeuge uneins sind, und die Gegenseite kann eine weitere Zahl beibringen, diesmal eine höhere.

Wie man darüber spricht

Fragen Sie nach konkreten Passagen. Welcher Abschnitt ist verdächtig, welches Werkzeug hat ihn markiert und ab welcher Grenze hält dieses Werkzeug einen Text für maschinell. Die allgemeine Aussage, der Detektor habe es angezeigt, lässt sich nicht widerlegen, solange Sie nicht wissen, wovon genau die Rede ist.

Bleiben Sie beim Inhalt. Bieten Sie ein Gespräch über die Arbeit oder eine kurze Verteidigung an — für ehrliche Autorinnen und Autoren ist das der schnellste Weg heraus und für die Gegenseite eine Grundlage, mit der sich weiterarbeiten lässt.

Was Sie beim nächsten Mal tun

Schreiben Sie in einem Editor mit Versionen und löschen Sie Ihre Notizen nicht. Die Spur entsteht von selbst und kostet nichts, bis Sie sie brauchen.

Wenn Sie KI zum Korrekturlesen oder für die Recherche genutzt haben, schreiben Sie es in die Arbeit. Die meisten Regeln lassen diesen Einsatz zu, wenn er angegeben wird; zum Problem wird erst das Verschweigen.

Häufige Fragen

Muss ich beweisen, dass ich den Text geschrieben habe?

Nach den meisten Prüfungsordnungen muss belegen, wer den Verdacht äußert. In der Praxis beenden eigene Unterlagen den Streit aber schneller als eine Debatte darüber, wer was beweisen muss.

Kann ein Wert allein zum Nichtbestehen führen?

Sollte er nicht. Kein KI-Textdetektor ist hundertprozentig genau und falsch positive Ergebnisse bei ehrlichen Texten sind belegt. Ein Ergebnis ist ein Anlass zum Nachsehen, kein Urteil.

Was, wenn es bei uns gar keine Regeln für KI gibt?

Fragen Sie zuerst danach. Wenn nicht festgehalten ist, was erlaubt ist und wie mit Verdacht umgegangen wird, lässt sich kein Fall fair beurteilen.

Probieren Sie es an Ihrem eigenen Text

Text einfügen oder Datei hochladen und den Score sowie die konkreten Sätze ansehen, die verdächtig ausgefallen sind.

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